{"id":296,"date":"2012-10-16T13:57:16","date_gmt":"2012-10-16T11:57:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=296"},"modified":"2012-10-16T14:04:47","modified_gmt":"2012-10-16T12:04:47","slug":"studien-belegen-die-bedeutung-des-schulsports","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=296","title":{"rendered":"Studien belegen die Bedeutung des Schulsports"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit von Kindern und Jugendlichen zur\u00fcckgegangen ist. SZ-Serie, Teil 3<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Kinder leben unges\u00fcnder, weil sie immer mehr vorm Computer sitzen und immer weniger Sport treiben. Diese These vertreten im Saarland sicher viele Menschen. Sie scheint auch Sinn zu machen: Fr\u00fcher gab es kein Internet, das soziale Leben hat sich an der frischen Luft und nicht vom Sofa aus \u00fcber die Datenautobahn abgespielt. Doch: Stimmt das wirklich? Welche Rolle spielt dabei der Schulsport?<\/p>\n<p>Gerade zu gesundheitlichen Fragestellungen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Studien. Eine solche, die das Zentrum f\u00fcr angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg und das Institut f\u00fcr Psychologie im Auftrag der Krankenkasse DAK vor etwa drei Jahren durchgef\u00fchrt haben, belegt zumindest, dass sich vor allem Stresssymptome bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern anh\u00e4ufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie wurden 4500 Jungen und M\u00e4dchen im Alter von zehn bis 21 Jahren aus vier Bundesl\u00e4ndern befragt. Ein Drittel der deutschen Sch\u00fcler klagte demnach \u00fcber regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche (vor allem Bauch-, Kopf- und R\u00fcckenschmerzen) und seelische Beschwerden. Einige Jahre fr\u00fcher versuchten der Deutsche Sportbund (DSB, heute: Deutscher Olympischer Sportbund), die Krankenkasse AOK und das wissenschaftliche Institut der \u00c4rzte Deutschlands (WIAD) mit ihrer Studie \u201eBewegungsstatus von Kindern und Jugendlichen in Deutschland\u201c einen Zusammenhang gesundheitlicher Probleme mit dem Bewegungsstatus herzustellen. Daf\u00fcr wurden die motorischen F\u00e4higkeiten von \u00fcber 20 000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren getestet.<\/p>\n<p>Eines der zahlreichen Ergebnisse dieser Untersuchung: Die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren zur\u00fcckgegangen. Allein bei den Zehn- bis 14-J\u00e4hrigen um mehr als 20 Prozent. Vor allem zeige sich dies im koordinativen Bereich und \u2013 bei M\u00e4dchen st\u00e4rker als bei Jungen \u2013 im Ausdauerbereich. W\u00f6rtlich hei\u00dft es in der Studie: \u201eEine schlechte k\u00f6rperliche Fitness bereits im Kindesalter hat nicht nur h\u00e4ufig lebenslange negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Sie beeintr\u00e4chtigt auch die Lebensqualit\u00e4t sowie das Sozialverhalten und das Lernverm\u00f6gen von Kindern und Jugendlichen.\u201c<\/p>\n<p>Dass die befragten und getesteten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in unterschiedlichen Bundesl\u00e4ndern zur Schule gingen, erlaubte den Wissenschaftlern eine signifikante Feststellung: Wenn h\u00f6chstens zwei Stunden Sportunterricht pro Woche erteilt werden, wirkt sich dies mit zunehmendem Jugendalter immer negativer auf die sportmotorische Leistungsf\u00e4higkeit aus. Ab drei und mehr Sportstunden pro Woche w\u00fcrde diese Tendenz nicht eintreten. Aufgrund des f\u00f6deralen Bildungssystems in Deutschland variiert die Anzahl der Sportstunden von Bundesland zu Bundesland. Im Saarland werden derzeit zwei Stunden Sportunterricht pro Woche erteilt.<\/p>\n<p><strong>Langfristige Auswirkungen<\/strong><br \/>\nDass sich die Kinder und Jugendlichen offensichtlich weniger bewegen und dass dies langfristig gesehen Auswirkungen auf die Gesundheit sowie das Sozial- und Lernverhalten haben kann, wei\u00df man also. Auch, dass sich bei nicht wenigen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern in der heutigen Zeit verschiedene Stresssymptome finden lassen, ist wissenschaftlich belegt. Dass der Schulsport ein Mittel sein kann, um dieser Entwicklungen entgegenzutreten, best\u00e4tigt die Forschung. Dass der Sportunterricht nicht allein die angesprochenen negativen Entwicklungen ausgleichen kann, sagt uns der Verstand.<\/p>\n<p>Welche alternativen M\u00f6glichkeiten es rund um den Schulsport gibt, was saarl\u00e4ndische Lehrer und Sch\u00fcler vom Sportunterricht an den hiesigen Schulen halten und ob die saarl\u00e4ndischen Politiker die Wiedereinf\u00fchrung der dritten Sportstunde planen, erfahren sie in den n\u00e4chsten Teilen unserer Serie zum Thema Schulsport. &lt; wird fortgesetzt<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht seit Ende Juni 2012 in unterschiedlichen Lokalausgaben der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit von Kindern und Jugendlichen zur\u00fcckgegangen ist. SZ-Serie, Teil 3 Unsere Kinder leben unges\u00fcnder, weil sie immer mehr vorm Computer sitzen und immer weniger Sport treiben. Diese These vertreten im Saarland sicher viele Menschen. 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