{"id":220,"date":"2010-12-25T15:07:05","date_gmt":"2010-12-25T14:07:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=220"},"modified":"2014-09-10T18:07:08","modified_gmt":"2014-09-10T16:07:08","slug":"romina-holz-die-ruckkehr-ins-gluck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=220","title":{"rendered":"Romina Holz: Die R\u00fcckkehr ins Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit Romina Holz verf\u00fcgt Fu\u00dfball-Bundesligist 1. FC Saarbr\u00fccken \u00fcber eine der st\u00e4rksten Torfrauen. Die 22-J\u00e4hrige kehrte im Sommer aus Bad Neuenahr zur\u00fcck, um privat ihr Gl\u00fcck zu finden. Auch wenn sie deswegen vorerst auf die Nationalmannschaft verzichten muss.<\/strong><\/p>\n<p>Romina Holz erz\u00e4hlt gerne eine Anekdote aus dem Jahr 1998. Die heute 22-j\u00e4hrige Torfrau des Frauenfu\u00dfball-Bundesligisten FC Saarbr\u00fccken war zwar auch damals schon eindeutig als h\u00fcbsches M\u00e4dchen zu erkennen, allerdings nicht f\u00fcr ihren ersten Fu\u00dfball-Trainer Erich Harz, wie sie sich am\u00fcsiert erinnert: \u201eEs ist eine witzige Geschichte: Ich habe immer schon gerne Ballsportarten gespielt, Handball, Fu\u00dfball, Tennis und so weiter. Aber Fu\u00dfball bis dahin immer nur auf dem Bolzplatz. Eines Tages wurde ich dann gefragt, ob ich in der Schulmannschaft mitspielen wollte. Ich habe nat\u00fcrlich zugesagt. Bei einem Turnier war dann auch der E-Jugendtrainer des FCS vor Ort. Ich spielte im Tor und hatte meine langen Haare zu Z\u00f6pfen gebunden und eine M\u00fctze auf. Der Trainer sagte irgendwann zu einem Mitsch\u00fcler: \u201aWas ist dahinten denn f\u00fcr Einer im Tor? Der mit den langen Haaren.\u2018 Der Mitsch\u00fcler sagte daraufhin \u201aDas ist ein M\u00e4dchen\u2018, worauf der Trainer wieder antwortete: \u201aAch, egal, schick mir die mal ins Training\u2018. Also ging ich mal dorthin ins Training, hatte den Torwart zwei Tage sp\u00e4ter schon verdr\u00e4ngt und spielte seitdem beim FCS.\u201c<\/p>\n<p><strong>Mit dem 1. FCS will sich Romina Holz dauerhaft in der Bundesliga etablieren.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nQualit\u00e4t setzt sich eben durch. Wenn man die Geschichte von Romina Holz und dem 1. FC Saarbr\u00fccken weitererz\u00e4hlt, trifft man zwangsl\u00e4ufig auf Ereignisse wie Bundesliga-Aufstieg (2007, 2009), DFB-Pokalfinale (2008) und Titel wie Nationalspielerin (seit U15), Nordic-Cup Siegerin (2005), Europameisterin oder Weltmeisterschafts-Viertelfinalistin (beides 2006). Nur in den letzten f\u00fcnf Jahren blieb sie seit ihrem Wechsel vom Jugend- in den Aktivenbereich ohne Titel. Vielleicht, weil sie 2009 nach elf Jahren bei den Blau-Schwarzen f\u00fcr eine Saison zum SC Bad Neuenahr wechselte. \u201eDas Angebot kam f\u00fcr mich damals \u00fcberraschend, ich hatte nicht damit gerechnet. Auf der anderen Seite wollte ich mich weiterentwickeln und brauchte nach elf Jahren beim FCS eine neue Herausforderung. Neuenahr machte mir ein super Angebot mit Job und tollem Vertrag \u2013 dort hatten wir sogar zweimal am Tag Training. Das war alles ein bisschen professioneller als in Saarbr\u00fccken. Und ich wollte einen wichtigen Schritt in Richtung Nationalmannschaft machen und bin auch deshalb gewechselt.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga stand die Frauenmannschaft des 1. FCS 2009 vor der Aufl\u00f6sung. Mit Holz, Nadine Kessler, Dzsenifer Marozsan und Selina Wagner \u2013 um nur vier zu nennen \u2013 verlie\u00dfen wichtige St\u00fctzen die Aufstiegs-Mannschaft. \u201eDas war damals wie eine Familie, man hat viel zusammen erlebt. Allein mit Nadine habe ich seit der U15 zusammen in der Nationalmannschaft gespielt und auch alle H\u00f6hen und Tiefen beim FCS miterlebt. Nadine ging dann nach Potsdam und da ist alles ein bisschen auseinander gebrochen. Seitdem haben wir nur noch selten Kontakt. Klar, das ist schade, aber sie ist ein Riesentalent und hat den richtigen Weg eingeschlagen\u201c, sagt Holz etwas wehm\u00fctig, wei\u00df aber: \u201eAuch f\u00fcr mich war der Wechsel damals auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Diese Zeit hat mich menschlich und fu\u00dfballerisch weitergebracht. Ich musste zum ersten Mal ein Jahr lang auf eigenen Beinen stehen, obwohl der Kontakt zur Familie immer da war. Ich habe dort auch die bisher beste Saison meiner Karriere gespielt.\u201c Aber auch hier kam es \u2013 schneller als zuvor beim FCS \u2013 zum Abschied: \u201eIch hatte von Anfang an starkes Heimweh nach meiner Familie und den Freunden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Bei den Anh\u00e4ngern des 1. FC Saarbr\u00fccken ist die Torfrau sehr beliebt.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nSo oft es nur ging fuhr sie ins Saarland, wenn es auch nur f\u00fcr einen Tag war. ,,Mir fiel es auch sehr schwer, im Winter nach der Trainingspause wieder von Saarbr\u00fccken zur\u00fcck nach Bad Neuenahr zur Vorbereitung zu fahren\u201c, erz\u00e4hlt Holz von ihrem ersten Jahr als Nicht-FC-Fu\u00dfballerin, \u201eDaran hatte ich schon zu knabbern. Ich f\u00fchlte mich dort einfach nicht mehr wohl. In der Mannschaft war alles ok, aber das ganze Drumherum\u2026 Ich f\u00fchlte mich ohne Eltern und Freunde die ganze Zeit alleine und mir ging es zeitweise sehr schlecht, ich war oft krank und es hat mir auf die Psyche geschlagen. Ich habe mir gesagt: jetzt muss ich einen Schlussstrich ziehen.\u201c Damals wusste sie noch gar nicht, ob es mit dem Fu\u00dfballspielen in Saarbr\u00fccken \u00fcberhaupt wieder klappen w\u00fcrde \u2013 aber das spielte bei der Entscheidungsfindung keine Rolle: \u201eDie Anfrage des FCS kam erst sp\u00e4ter. Ich bin auch mit dem Gedanken nach Saarbr\u00fccken gegangen, vielleicht gar keinen Fu\u00dfball mehr zu spielen. Im Endeffekt ging es mir bei dieser Entscheidung um mich und mein Wohlbefinden und das ging halt nur in Saarbr\u00fccken.\u201c<br \/>\n<strong><br \/>\n\u201eIch lasse den Kopf nicht h\u00e4ngen und gebe mein Bestes\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Jetzt ist sie wieder da und hat auch diese Entscheidung nicht bereut: \u201eIch f\u00fchle mich hier wieder sehr sehr wohl. Ich bin auch die Nummer eins, bringe meine Leistung und der Trainer ist zufrieden. Ich bin endlich wieder bei meiner Familie, meinen Freunden und hab\u2018 jetzt wieder meine eigene Wohnung.\u201c Dass es beim von Trainer Stephan Fr\u00f6hlich quasi neu aufgestellten FCS \u201eschwer wird, in der Liga zu bestehen, und dass es auch das ein oder andere Mal \u00f6fter hinten rasseln wird\u201c, das wusste Holz schon vorher, aber \u201edas war mir egal. Ich habe mich verbessert, und auch hier hat sich einiges ver\u00e4ndert. Ich wurde herzlich empfangen, sowohl von den alten Mitspielerinnen als auch von den neuen.\u201c Mit allen ihren Mitspielerinnen will sie ehrgeizige Ziele erreichen. Neben dem Klassenerhalt in der Bundesliga, von dem sie absolut \u00fcberzeugt ist, bleibt ein ganz pers\u00f6nliches Ziel die A-Nationalmannschaft. \u201eIch wurde zuletzt in Frauenfu\u00dfball-Magazinen immer als die Nummer vier Deutschlands gew\u00e4hlt. Damit, dass es zur WM 2011 im eigenen Land wohl nicht mehr klappt, habe ich mich abgefunden. Aber es gibt ja noch Olympia 2012 in London, und die n\u00e4chste WM kommt auch bald schon wieder. Ich lasse den Kopf nicht h\u00e4ngen und gebe weiter mein Bestes\u201c, gibt sich Holz k\u00e4mpferisch.<\/p>\n<p>Vielleicht trifft sie dann auch wieder auf ihre langj\u00e4hrige Weggef\u00e4hrtin Nadine Kessler, die Holz mit den Worten \u201eRomina ist lieb, famili\u00e4r, gesellig, sportlich, hat eine \u00fcberragende Ausstrahlung und eine super Technik. Das gibt\u2018s selten bei Torh\u00fcterinnen\u201c beschreibt.\u00a0 Und Romina erwidert: \u201e2012 gemeinsam in der A-Nationalmannschaft zu spielen, w\u00e4re unser beider Wunsch. Nadine steht momentan auch nicht im Kader. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn es nochmal klappen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 25. Dezember 2010 in FORUM &#8211; Das Wochenmagazin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Romina Holz verf\u00fcgt Fu\u00dfball-Bundesligist 1. 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