{"id":188,"date":"2010-12-01T14:28:20","date_gmt":"2010-12-01T13:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=188"},"modified":"2014-09-10T18:07:13","modified_gmt":"2014-09-10T16:07:13","slug":"uwe-fuchs-in-middlesbrough-ist-er-ein-held","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=188","title":{"rendered":"Uwe Fuchs: In Middlesbrough ist er ein Held"},"content":{"rendered":"<p><strong>Uwe Fuchs hat f\u00fcr 13 Clubs gekickt. Jetzt will er als Trainer erfolgreich sein.<\/strong><\/p>\n<p>Homburg\/Bielefeld. Uwe Fuchs ist kein Schwimmer und kein Heiliger. Trotzdem ging der ehemalige Fu\u00dfball-Profi und heutige -trainer mehr als einmal \u00fcber die Wupper. Zwei Mal war der Ex-Spieler des FC Homburg Trainer des West-Regionalligisten Wuppertaler SV \u2013 beide Male wurde er entlassen. \u201eBei einem Verein wie dem WSV wei\u00df man, worauf man sich einl\u00e4sst\u201c, erz\u00e4hlt der in Kaiserslautern geborene 44-J\u00e4hrige: \u201eDer WSV ist ein klassisch patriarchalisch gef\u00fchrter Verein. Dort geht&#8217;s entsprechend emotional zu. Das ist nicht gejammert, aber das muss man wissen, wenn man dort arbeitet.\u201c Trotzdem schlie\u00dft Fuchs ein drittes Engagement nicht aus.<\/p>\n<p>Seit April ist Fuchs wieder auf der Suche nach einem Club. Arbeitslos ist er nicht. Nach einer Umschulung zum Sportmanager bei einer Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft und einer T\u00e4tigkeit als sportlicher Berater und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei der Sportwelt Beteiligungs-GmbH fasste er als Unternehmensberater Fu\u00df. Dennoch hat die Trainert\u00e4tigkeit Priorit\u00e4t: \u201eIch m\u00f6chte gern in einem vern\u00fcnftig aufgestellten Club arbeiten. Mein Ziel ist auch, h\u00f6her als 3. Liga zu trainieren. Momentan befinde ich mich aber in einer Phase, in der man als Trainer auch Geduld haben muss.\u201c<\/p>\n<p>Nicht so viel Geduld, so scheint es, hatte der Pf\u00e4lzer als Spieler. Rechnet man seine Jugendvereine mit, kickte Fuchs f\u00fcr 13 Clubs \u2013 darunter der VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern oder 1. FC K\u00f6ln. Die interessanteste Zeit erlebte er in England. \u201eDie beim FC Middlesbrough war ein fantastisches Erlebnis f\u00fcr mich. Ich wollte mich immer sportlich weiterentwickeln und kam deshalb zu so vielen Stationen und dann auch nach England\u201c, erinnert sich der von Middlesbrough-Fans zum \u201eplayer of the decade\u201c (deutsch: \u201eSpieler der Dekade\u201c) gew\u00e4hlte Deutsche \u2013 und erz\u00e4hlt: \u201eZwischen mir und den Fans dort ist eine besondere Beziehung entstanden und bis heute geblieben.\u201c<\/p>\n<p>Warum er, der nur ein halbes Jahr f\u00fcr den Club spielte, die Wahl vor Spielern wie Juninho oder Jimmy Floyd Hasselbaink gewann und heute noch auf der \u201eBoro\u201c-Internetseite als \u201ecult hero\u201c (Kult-Held) bezeichnet wird, hat laut Fuchs drei Gr\u00fcnde: \u201eBoro hatte eine Durststrecke hinter sich und spielte in der 2. Liga. Ich kam da hin, hab&#8216; in 15 Spielen neun Tore gemacht und sie zur\u00fcck an Tabellenspitze geschossen. Au\u00dferdem kamen meine Art zu spielen und wohl auch meine Pers\u00f6nlichkeit bei Fans gut an.\u201c<\/p>\n<p>Als gr\u00f6\u00dften Unterschied zwischen Deutschland und dem Fu\u00dfball-Mutterland nennt Fuchs das \u201eklassische britische Publikum. Die Fans gehen einfach davon aus, dass jeder Spieler alles f\u00fcr seinen Club gibt. Rufe wie ,Wir wollen euch k\u00e4mpfen sehen&#8216; w\u00fcrde es dort nie geben. Die sind auch mal sauer und pfeifen, aber die akzeptieren auch, wenn es mal schlecht l\u00e4uft oder es mal einen Abstieg gibt.\u201c So etwas w\u00e4re in Deutschland bei manchen Vereinen nicht m\u00f6glich: \u201eSolche extremen Fanproteste oder Busblockaden gibt&#8217;s dort einfach nicht. Was auch auffallend ist: die Zuschauer \u2013 vor allem bei unterklassigen traditionellen Clubs \u2013 sind bis zum Spielbeginn total ruhig. Aber mit dem Anpfiff gehen die ab wie die Feuerwehr. Das ist irre und muss man mal erlebt haben.\u201c<\/p>\n<p>Etwas zu irre f\u00fcr Fuchs&#8216; Geschmack waren die Fans des FC Millwall, bei dem er in der Saison 1995\/1996 spielte. \u201eDort herrscht eine sehr aggressive Fankultur. Man muss dazu wissen, dass der Verein und seine Fans aus dem Hafengebiet Londons kommen und aus hartem Arbeitervolk bestehen. In den letzten zehn bis 20 Jahren haben sich dort vor allem gewaltbereite Fans gesammelt. Der Verein wird in England keinen Beliebtheitswettbewerb gewinnen. Im Misserfolgsfall war das dort echt unangenehm.\u201c<\/p>\n<p>So etwas gab&#8217;s im Saarland nicht. Auch deshalb hat Fuchs nur positive Erinnerungen an seine erste Profistation: \u201eHomburg hat f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Wertigkeit. Im zweiten Jahr dort wurde ich von meinem Vater (Fritz Fuchs, Anm. d. Red.) trainiert, der mich von der Abwehr in den Angriff stellte. Und das war ein wichtiger Karriereschritt.\u201c So wie der der Aufstieg des FCH in die Bundesliga: \u201eDas war eine Sensation. F\u00fcr mich war es ein Meilenstein und eine tolle Erfahrung\u201c, sagt der ins Schw\u00e4rmen geratene Familienvater: \u201eIch erinnere mich vor allem an Manfred Lenz. Der war so eine unumstrittene Autorit\u00e4t und so ein unglaublich feiner Mensch. Der war auf dem Platz eine absolute Vaterfigur. Ein Blick reichte, und dann hat man die Klappe gehalten.\u201c Mit zwei V\u00e4tern, dem echten neben dem Spielfeld und einem darauf, schaffte Fuchs den Gang von der Saar \u00fcber den Neckar und den Rhein bis an die Themse. Und musste anschlie\u00dfend zwei Mal \u00fcber die Wupper.<br \/>\n<em><strong><br \/>\nZur Person<\/strong><\/em><br \/>\nUwe Fuchs, Sohn von Ex-Profi und -Trainer Fritz Fuchs, wurde am 23. Juli 1966 in Kaiserslautern geboren. Er lebt mit Frau Stefanie und den Kindern Paul, 11, und Matilda, 6, in Bielefeld. Er spielte in der 1. und 2. Liga f\u00fcr FC Homburg, Stuttgarter Kickers, Fortuna K\u00f6ln, Fortuna D\u00fcsseldorf, 1. FC K\u00f6ln, 1. FC Kaiserslautern, FC Middlesbrough, FC Millwall (je 2. englische Liga) und Arminia Bielefeld und trainierte Fortuna D\u00fcsseldorf, Fortuna K\u00f6ln, LR Ahlen, VfB L\u00fcbeck und Wuppertaler SV.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 1. Dezember 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uwe Fuchs hat f\u00fcr 13 Clubs gekickt. Jetzt will er als Trainer erfolgreich sein. Homburg\/Bielefeld. Uwe Fuchs ist kein Schwimmer und kein Heiliger. Trotzdem ging der ehemalige Fu\u00dfball-Profi und heutige -trainer mehr als einmal \u00fcber die Wupper. 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