{"id":186,"date":"2010-11-18T14:26:12","date_gmt":"2010-11-18T13:26:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=186"},"modified":"2014-09-10T18:07:25","modified_gmt":"2014-09-10T16:07:25","slug":"karsten-hutwelker-%e2%80%9ehuti%e2%80%9c-hinterlies-seine-spuren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=186","title":{"rendered":"Karsten Hutwelker: \u201eHuti\u201c hinterlie\u00df seine Spuren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Ex-Profi des 1. FC Saarbr\u00fccken \u00fcberwand Krebserkrankung. Heute arbeitet er als Trainer.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nErfstadt. Karsten Hutwelker ist gesund. Und das, obwohl den ehemaligen Fu\u00dfball-Profi vor \u00fcber vier Jahren eine schlimme Diagnose traf: Knochenkrebs. Eine nicht schmerzhafte, aber sp\u00fcrbare Erhebung im Mundraum veranlasste den damals 35 Jahre alten Spieler des FC Augsburg, einen Termin bei einem Kieferorthop\u00e4den wahrzunehmen, der ihm die negative Nachricht ohne Umschweife mitteilte. Bei der Operation wurden Hutwelker ein St\u00fcck des Kieferknochens und sieben Z\u00e4hne entfernt. Nur wenige Wochen nach dem sechseinhalbst\u00fcndigen Eingriff, bei dem ein St\u00fcck seines H\u00fcftknochens an der betroffenen Stelle zur Rekonstruktion eingesetzt wurde, stand er wieder auf dem Sportplatz \u2013 und nahm am Training seiner Mannschaft teil.<\/p>\n<p>\u00dcber diese \u201ebrutal harte Zeit\u201c will der heute 39 Jahre alte Familienvater eigentlich nicht mehr reden. F\u00fcr ihn ist die Krankheit ausgestanden. \u201eMan sagt, wenn f\u00fcnf Jahre nach der Operation nichts mehr nachkommt, gilt der Krebs als geheilt. Bei mir ist es jetzt vier Jahre und zwei Monate her\u201c, sagt der ehemalige Spieler des 1. FC Saarbr\u00fccken (zwischen 1999 und 2002) und meint abschlie\u00dfend: \u201eIch war mir immer sicher, dass ich diesen Kampf gewinne.\u201c Unterst\u00fctzung bekam er bei seinem ganz pers\u00f6nlichen Kampf gegen den Krebs auch aus dem Saarland. \u201eIch hab&#8216; zahlreiche E-Mails und Postkarten bekommen. Einige Fanclubs haben mich sogar besucht. Das war ein ganz toller Zuspruch, der einem in einer solchen Phase doch extrem weiterhilft\u201c, erinnert sich Hutwelker an die schwerste Zeit seines Lebens und sch\u00f6pft aus dieser auch heute noch Kraft: \u201eZu sehen, dass man seine Spuren bei Leuten hinterlassen hat, ist schon ein gro\u00dfes Zeichen der Anerkennung und macht einen schon sehr stolz.\u201c<\/p>\n<p>Einen weiteren Grund, auf das Geleistete stolz zu sein, liefert ihm der Erfolg bei seiner aktuellen T\u00e4tigkeit. Hutwelker trainiert seit diesem Sommer die U19 des Bonner SC. In der A-Jugend-Bundesliga belegt der frisch gebackene Inhaber der Trainer-A-Lizenz mit seiner Mannschaft den neunten Platz \u2013 angesichts der Voraussetzungen eine Leistung \u00fcber dem Soll, wie Hutwelker betont: \u201eEigentlich h\u00e4tte ich hier die erste Mannschaft in der Regionalliga trainieren sollen. Der Verein bekam die Lizenz f\u00fcr diese Liga nicht und wir wollten in der NRW-Liga einen Neuanfang starten. Wir hatten auch schon 16 Spieler unter Vertrag und drei Wochen Vorbereitung hinter uns, als wir dann auch keine Lizenz f\u00fcr die Oberliga bekamen und der Verein in die Insolvenz musste.\u201c F\u00fcr einen Wechsel zu einem der Clubs, die sich vor Saisonbeginn bei Hutwelker meldeten \u2013 nach eigenen Angaben zwei Regionalligisten und ein ambitionierter Oberligist \u2013 war es derweil zu sp\u00e4t. Und somit entschied er sich, die U19 des BSC zu \u00fcbernehmen. Von dort wechselte \u00fcbrigens FCS-Ersatztorwart Andy Hubert an die Saar. \u201eWir h\u00e4tten Andy nat\u00fcrlich gerne behalten, aber als Dieter Ferner anrief, war klar, dass wir dem Jungen keine Steine in den Weg legen werden\u201c, sagt \u201eHuti\u201c \u00fcber den Wechsel Huberts.<\/p>\n<p>Nicht nur der kurzzeitige Kontakt zu FCS-Sportdirektor Ferner l\u00e4sst Hutwelker in Erinnerungen an die Zeit bei den Blau-Schwarzen schwelgen: \u201eDer FCS hat meine Karriere gepr\u00e4gt. Ich schaue immer noch bewegt hin, bin auch noch Mitglied im Verein. Ich hatte leichte Anlaufschwierigkeiten, aber nach dritten, vierten Spiel habe ich nur noch positive Erinnerungen\u201c, erz\u00e4hlt der einstige Saarbr\u00fccker Publikumsliebling. \u201eWie die Leute mich da aufgenommen haben. Dort wurde ich das, was ich seitdem in jeden Verein weitergetragen habe. In Saarbr\u00fccken habe ich erstmals hautnah mitbekommen, wie man Publikum begeistern kann. Vor allem mit dem Aufstieg in die 2. Liga.\u201c Bei einigen FCS-Fanclubs ist Hutwelker Ehrenmitglied oder sogar Ehrenpr\u00e4sident. \u201eDas sind Sachen, die kann man gar nicht vergessen. Man muss sagen: Auch wenn das Saarland nur ein kleines Bundesland ist \u2013 da wird mit dem FCS Fu\u00dfball gelebt.\u201c<\/p>\n<p>Trotz des Erfolgs und des Spa\u00dfes, den er bei der Arbeit mit den Jugendlichen hat, m\u00f6chte der 39-J\u00e4hrige alsbald in h\u00f6here Gefilde: \u201eGerade habe mich f\u00fcr das Eignungsgespr\u00e4ch zur Fu\u00dfball-Lehrer-Ausbildung beworben. Ich bin immer noch ehrgeizig und hungrig und hoffe lieber heute als morgen auf ein entsprechendes Angebot. Die Geduld muss ich jetzt einfach haben.\u201c Auch ist sich der ehemalige Mittelfeldspieler dar\u00fcber im Klaren, dass sich mit dem Eintauschen der Rolle auf dem Platz mit der auf der Bank einiges \u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Noch in diesem Sommer zog es ihn f\u00fcr ein Gastspiel in die Hessenliga zu Rot-Wei\u00df Frankfurt. \u201eNat\u00fcrlich kommen die Erinnerungen an die Profi-Zeit immer dann hoch, wenn man mal einen Ausschnitt von damals auf Video sieht. Zum Beispiel beim Aufstiegs-Spiel mit dem FCS gegen Eintracht Trier damals, als wir bis zur 82. Minute 0:1 hinten lagen und das Ding noch drehten. Das sind Sachen, die vergisst man nie und sowas wird man als Trainer auch nicht mehr so intensiv erleben\u201c, wei\u00df die K\u00e4mpfernatur und sieht wie schon immer in seinem Leben das Positive: \u201eDa zieht man die Intensit\u00e4t aber aus anderen Dingen. F\u00fcr mich ist es das Sch\u00f6nste \u2013 und das durfte ich als Jugendtrainer schon mehrmals erleben \u2013 dass Fremde ins Stadion kamen und sagten: ,Hier erkennt man die Handschrift des Trainers&#8216;.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Zur Person<\/em><\/strong><br \/>\nKarsten Hutwelker wurde am 27. August 1971 in Wuppertal geboren und spielte im Laufe seiner Fu\u00dfball-Karriere f\u00fcr zehn Vereine \u00fcber 250 Mal in der ersten und zweiten Bundesliga. In der Zeit zwischen 1999 und 2002 spielte er in der Regionalliga und 2. Bundesliga 83 Mal f\u00fcr den 1. FC Saarbr\u00fccken und erzielte dabei 24 Tore. Mit seiner Frau Alexandra und seinen Kindern Vivien, 14, und Lennox, 8, lebt er heute in Erfstadt bei K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 18. November 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ex-Profi des 1. FC Saarbr\u00fccken \u00fcberwand Krebserkrankung. Heute arbeitet er als Trainer. Erfstadt. 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