{"id":182,"date":"2010-10-06T14:21:04","date_gmt":"2010-10-06T12:21:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=182"},"modified":"2014-09-10T18:07:41","modified_gmt":"2014-09-10T16:07:41","slug":"markus-osthoff-der-profi-hinter-dem-lehrerpult","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=182","title":{"rendered":"Markus Osthoff: Der Profi hinter dem Lehrerpult"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Ex-Saarbr\u00fccker Markus Osthoff ist jetzt Haushalts- und Ern\u00e4hrungswissenschaftler<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDuisburg. Er war Profi-Fu\u00dfballer, hat die Trainer-A-Lizenz \u2013 und unterrichtet als \u00d6kotrophologe (Haushalts- und Ern\u00e4hrungswissenschaftler) Sport und Ern\u00e4hrungslehre an einer Realschule in Bottrop. Au\u00dferdem bietet Markus Osthoff als freiberuflicher Ern\u00e4hrungsberater unter anderem betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung an. \u201eIch wollte dem fu\u00dfballerischen Bereich erhalten bleiben \u2013 in Kombination als Trainer und Ern\u00e4hrungsberater. Aber ich wollte nicht st\u00e4ndig umziehen, sondern f\u00fcr einen Club langfristig t\u00e4tig sein\u201c, erkl\u00e4rt der Saarl\u00e4nder. Aus der Kombination wurde nichts, wie er lachend berichtet: \u201eIrgendwie ist mir das nicht gelungen und jetzt mache ich was v\u00f6llig anderes.\u201c<\/p>\n<p>Wobei \u201eetwas v\u00f6llig anderes\u201c keinen R\u00fcckschritt bedeutet. Sein Lehrerberuf macht Osthoff Spa\u00df: \u201eEs hat sich bei meinen Sch\u00fclern schnell rumgesprochen, dass ich Profi war. Die Jungs lieben einen daf\u00fcr und das erleichtert mir das Unterrichten.\u201c Schwieriger als hinter dem Lehrerpult empfand der 41-J\u00e4hrige die Zeit davor \u2013 obwohl er schon vor dem Karriere-Ende Zeit in H\u00f6rs\u00e4len der Duisburger Uni verbrachte: \u201eIch war zu meiner Zeit beim MSV Duisburg eigentlich permanent an der Hochschule eingeschrieben und habe immer irgendwie ein bisschen was gemacht. Damals noch Sozialwissenschaften. Aber das geht parallel zur Profi-Laufbahn nur sporadisch, wie sich halt die Zeit daf\u00fcr findet.\u201c Dann mit Mitte 30 noch einmal Vollzeit-Student zu werden, war f\u00fcr den Familienvater nicht leicht: \u201eIch habe mich schon gequ\u00e4lt, das ist kein Geheimnis.\u201c Dennoch hat er das Studium nach vier Jahren erfolgreich abgeschlossen.<\/p>\n<p>\u201eDas Interesse f\u00fcr das T\u00e4tigkeitsfeld der \u00d6kotrophologie r\u00fchrt aus meiner Zeit als Profi. Fu\u00dfballer sind Leistungssportler, da spielt richtige Ern\u00e4hrung eine gro\u00dfe Rolle\u201c, sagt Osthoff. Anfangs gab es noch die N\u00e4he zum Fu\u00dfball-Zirkus \u2013 mit der Zeit entfernte sich Osthoff zwangsl\u00e4ufig davon. \u201eF\u00fcr meine alten Vereine Borussia M\u00f6nchengladbach und den MSV habe ich mal Vortr\u00e4ge gehalten, aber das waren einmalige Geschichten. Die wenigsten Clubs k\u00f6nnen sich einen hauptamtlichen Ern\u00e4hrungsberater leisten, deshalb war meine Idee ja auch die Kombination mit dem Traineramt.\u201c Dass Kontakte in die Fu\u00dfball-Welt nicht mehr so eng bestehen, \u201etut mir ein bisschen weh\u201c, sagt Osthoff und sieht sich daf\u00fcr verantwortlich: \u201eDas h\u00e4tte ich vielleicht selbst ein bisschen mehr pflegen m\u00fcssen. Aber bei vier Jahren Studium ist das recht schwierig.\u201c<\/p>\n<p>Der Spa\u00df am Fu\u00dfball ist ihm aber nicht vergangen. Wann immer es geht, kickt der ehemalige Fl\u00fcgelflitzer in der Traditionself des MSV. \u201eIch mag den Fu\u00dfball nach wie vor. Ich h\u00e4tte auch Sport studiert, aber nach zwei Kreuzbandrissen habe ich mich nicht mehr dazu in der Lage gesehen\u201c, sagt Osthoff, der Anfang der 90er Jahre aus dem Saarland wegging. Zwar ist der Ex-Spieler des 1. FC und von Saar 05 Saarbr\u00fccken regelm\u00e4\u00dfig in seiner Heimat zu Besuchen bei der Familie: \u201eWenn ich unten war und habe mit der Verwandtschaft \u00fcber Fu\u00dfball gesprochen, habe ich mich \u00fcber meine Ex-Vereine informiert\u201c, erz\u00e4hlt Osthoff. Er zeigt sich \u00fcber das Schicksal von Saar 05 ersch\u00fcttert: \u201eDass die insolvent wurden, fand ich schade. Ich habe an den Verein eine sehr gute Erinnerung und sehr gerne dort gespielt. Da war fr\u00fcher in der Jugend Einiges los. Aber auch bei Saarbr\u00fccken hat es mir Spa\u00df gemacht, Fu\u00dfball zu spielen.\u201c Beim FCS bekam er im Alter von 25 Jahren seinen ersten Profi-Vertrag. \u201eDas war eigentlich viel zu sp\u00e4t, aber das lag am Verein: Die hatten damals Trainer, die nicht auf mich gebaut hatten\u201c, erz\u00e4hlt der Sp\u00e4teinsteiger: \u201eIch glaube, dass es im Saarland genug Talente gibt. Die m\u00fcssen entsprechend gef\u00f6rdert werden. Das war zu meiner Zeit leider noch nicht so.\u201c<\/p>\n<p>Die sch\u00f6nste Zeit hatte er beim damaligen Bundesligisten Duisburg. \u201eDort habe ich meine meisten Bundesliga-Spiele absolviert und hatte eine supersch\u00f6ne Zeit. Und mit dem MSV waren wir in drei Jahren Bundesliga Achter, Neunter und wieder Achter\u201c, erz\u00e4hlt Osthoff: \u201eDas waren Riesenerfolge. Wir hatten uns immer f\u00fcr den UI-Cup qualifiziert und das DFB-Pokalfinale erreicht.\u201c Vorletzte Station im Leben des Profis war M\u00f6nchengladbach. \u201eIch hatte zwischenmenschliche Probleme mit Trainer Hans Meyer. In der Aufstiegssaison machte ich noch \u00fcber 30 Spiele, in der Bundesliga kam ich fast nicht mehr zum Einsatz.\u201c Bei seinem letzten Verein Eintracht Braunschweig brachte es Osthoff nur auf sieben Eins\u00e4tze, ehe er seine Karriere mit 34 Jahren wegen seines zweiten Kreuzbandrisses im rechten Knie beenden musste.<\/p>\n<p><em><strong>Zur Person<\/strong><\/em><br \/>\nMarkus Osthoff wohnt mit Frau und Sohn, 4, in der N\u00e4he von Duisburg. Der Saarl\u00e4nder absolvierte 199 Spiele in der 1. und 2. Liga (18 Tore) f\u00fcr Eintracht Braunschweig, MSV Duisburg, Borussia M\u00f6nchengladbach und 1. FC Saarbr\u00fccken. In der Jugend spielte er f\u00fcr Saar 05 Saarbr\u00fccken und den 1. FC Kaiserslautern.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 6. Oktober 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ex-Saarbr\u00fccker Markus Osthoff ist jetzt Haushalts- und Ern\u00e4hrungswissenschaftler Duisburg. Er war Profi-Fu\u00dfballer, hat die Trainer-A-Lizenz \u2013 und unterrichtet als \u00d6kotrophologe (Haushalts- und Ern\u00e4hrungswissenschaftler) Sport und Ern\u00e4hrungslehre an einer Realschule in Bottrop. 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