{"id":180,"date":"2010-09-29T14:18:21","date_gmt":"2010-09-29T12:18:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=180"},"modified":"2014-09-10T18:07:45","modified_gmt":"2014-09-10T16:07:45","slug":"steffen-korell-der-manndecker-sein-gegenspieler-und-das-klo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=180","title":{"rendered":"Steffen Korell: Der Manndecker, sein Gegenspieler und das Klo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Ex-Homburger Steffen Korell sichtet Talente f\u00fcr den Fu\u00dfball-Bundesligisten Borussia M\u00f6nchengladbach<br \/>\n<\/strong><br \/>\nM\u00f6nchengladbach. Die Aufgabe als Abwehrspieler ist nicht einfach, aber \u00fcberschaubar. Fr\u00fcher mehr als heute. Da h\u00f6rte man vom Trainer schon einmal: \u201eDu bleibst deinem Gegenspieler auf den Fersen. Wenn er aufs Klo geht, gehst du mit.\u201c Den Spruch kennt Steffen Korell. Heute lassen sich die Kompetenzen des Ex-Defensivspielers damit nicht mehr auf den Punkt bringen. Er ist Abteilungsleiter Talentsichtung und Mannschafts-Manager bei Fu\u00dfball-Bundesligist Borussia M\u00f6nchengladbach. Zu der Zeit, als in Rhetorik und Spielweise eine Modernisierung Einzug in den Fu\u00dfball hielt, war Korell bei M\u00f6nchengladbach in seinem Karriere-Herbst angekommen. Die Wandlung des Vorstoppers zum \u201eSechser\u201c, des Manndeckers zum Innenverteidiger hat er mitbekommen. Ein Knorpelschaden im Knie zwang ihn 2005 dazu, die Profi-Karriere mit 33 Jahren zu beenden.<\/p>\n<p>Gerne h\u00e4tte er noch \u201eein, zwei Jahre gespielt\u201c, aber mit der beruflichen Entwicklung danach ist er auch zufrieden: \u201eNat\u00fcrlich spielt man mit dem Gedanken, einmal als Trainer t\u00e4tig zu sein. Das m\u00f6chte ich auch nicht kategorisch ausschlie\u00dfen\u201c, beschreibt der B-Lizenz-Inhaber den Gang vom Spielfeld auf die Funktion\u00e4rsebene: \u201eAber ich habe mich immer an dem orientiert, was sich mir angeboten hat. Und so habe ich in der Marketing-Abteilung angefangen. Das war etwas Neues, aber ich habe w\u00e4hrend der Fu\u00dfball-Zeit nebenbei Sportmanagement studiert. Von daher passte das ganz gut.\u201c<\/p>\n<p>Durch die T\u00e4tigkeit als Chef der Talentsichtung r\u00fcckte der 38-J\u00e4hrige vor zwei Jahren wieder n\u00e4her an Mannschaft und Spielbetrieb: \u201eWenn ein Spieler zu uns wechselt, geh\u00f6rt es zu meinen Aufgaben, f\u00fcr seine Integration zu sorgen\u201c, erkl\u00e4rt der Pf\u00e4lzer, der bei der Beschreibung seiner Arbeit ins Schw\u00e4rmen ger\u00e4t: \u201eDas ist eine sch\u00f6ne Kombination: Man lernt Spieler relativ gut kennen und darf sie dem Umfeld und dem Verein n\u00e4her bringen. Ich bin eng an der Mannschaft dran und bei allen Spielen dabei.\u201c<\/p>\n<p>Sein erster Profi-Vertrag und eine dazu geh\u00f6rende Ausbildungsstelle zum Industriekaufmann erhielt Korell 1990 bei Zweitligist FC Homburg. \u201eMir wird mein erstes Zweitliga-Spiel immer in Erinnerung bleiben. Das war gegen Schalke 04 und wurde nach 20 Minuten wegen sintflutartiger Regenf\u00e4lle abgebrochen\u201c, erinnert er sich an die f\u00fcnf Jahre im Saarland, wo er seine Frau Tanja kennen lernte: \u201eWir hatten damals eine tolle Mannschaft mit Spielern wie Willi Landgraf oder Rodolfo Esteban Cardoso. Mit denen stehe ich noch in Kontakt.\u201c Neben Besuchen bei den Schwiegereltern h\u00e4lt Korell \u00fcber seine Ex-FCH-Mitspieler Achim Therre und Uwe Freiler Kontakt ins Saarland. Nicht nur deshalb ist er \u00fcber den FCH informiert. Am 21. September spielte die U23 der Borussia in der Regionalliga gegen Homburg (1:1). \u201eIch denke, f\u00fcr den FCH ist es wichtig, wieder in so einer Liga zu spielen und in Deutschland rumzukommen\u201c, sagt Korell, bei dessen Gladbachern ein Saarl\u00e4nder spielt: Patrick Herrmann kam 2008 vom 1. FC Saarbr\u00fccken. \u201eEr war schon Jugend-Nationalspieler, wurde demnach nicht direkt von uns entdeckt. Aber wir haben den Anspruch, solche Spieler zu kennen\u201c, sagt Korell. Dass Herrmann es in die Bundesliga-Startelf geschafft hat, st\u00e4rkt Korells Position in Gespr\u00e4chen mit Talenten: \u201eSie sehen, dass wir ihnen die Chance geben, Eins\u00e4tze in der Bundesliga zu bekommen.\u201c Sein Karriereh\u00f6hepunkt sei der Wiederaufstieg mit Gladbach 2001 gewesen, erkl\u00e4rt Korell: \u201eSo etwas hat hier eine besondere Wertigkeit. Es war bitter, dass so ein Verein \u00fcberhaupt in die 2. Liga musste.\u201c<\/p>\n<p>Sollte er doch irgendwann als Trainer arbeiten, wird Korell Einfl\u00fcsse von jeder seiner drei Profi-Stationen anwenden. \u201eIch bewundere jeden Trainer, der den Mut hat, auf junge Spieler zu setzen. Bei mir war das in Homburg Gerd Schwickert. Von Volker Finke in Freiburg habe ich viel in punkto Fu\u00dfball-Philosophie gelernt, von Hans Meyer in Gladbach viel Fu\u00dfball-Taktisches.\u201c Auch wenn Meyer ein Trainer der alten Schule ist, d\u00fcrfte Korell, der in 307 Spielen in 1. und 2. Liga 86 Gelbe Karten kassierte, sich auch an Prinzipien des modernen Fu\u00dfballs orientieren. Von der Trib\u00fcne aus, von wo er Heimspiele der Borussia verfolgt, ist die heutige Spielweise mindestens so \u00fcberschaubar wie die Aufgabenbereiche eines Abwehrspielers zu seiner Zeit.<\/p>\n<p><strong><em>Zur Person<\/em><\/strong><br \/>\nDer Industriekaufmann und Sportfachwirt Steffen Korell wurde am 27. Oktober 1971 in Zweibr\u00fccken geboren und begann das Fu\u00dfball-Spielen beim SV Bottenbach. Nach seiner Zeit beim FC Homburg (1990 bis 1995, 130 Spiele) wechselte er zum SC Freiburg (1995 bis 2000). Er beendete seine Karriere bei Borussia M\u00f6nchengladbach (2000 bis 2005). Mit Frau Tanja und Sohn Paul, 9, wohnt Korell heute in Windberg bei M\u00f6nchengladbach.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 29. September 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ex-Homburger Steffen Korell sichtet Talente f\u00fcr den Fu\u00dfball-Bundesligisten Borussia M\u00f6nchengladbach M\u00f6nchengladbach. Die Aufgabe als Abwehrspieler ist nicht einfach, aber \u00fcberschaubar. Fr\u00fcher mehr als heute. Da h\u00f6rte man vom Trainer schon einmal: \u201eDu bleibst deinem Gegenspieler auf den Fersen. 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