{"id":176,"date":"2010-09-08T14:10:36","date_gmt":"2010-09-08T12:10:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=176"},"modified":"2014-09-10T18:07:50","modified_gmt":"2014-09-10T16:07:50","slug":"176","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=176","title":{"rendered":"Daniel Jurgeleit: Die Saar-Derbys pr\u00e4gten seine Karriere"},"content":{"rendered":"<p><strong>Daniel Jurgeleit verschlug es in den hohen Norden, in die Schleswig-Holstein-Liga<\/strong><\/p>\n<p>Von Jan Kirschner und Sebastian Zenner (SZ)<\/p>\n<p>Flensburg. Daniel Jurgeleit geht auf und ab. Immer wieder schaut er auf die Uhr, ruft ab und an Anweisungen \u00fcber den Platz. Nicht hektisch, aber laut und bestimmt. Die Zeit rennt seinem ETSV Weiche Flensburg davon. Es sind nur noch wenige Minuten bis zum Schlusspfiff \u2013 und im Derby der Schleswig-Holstein-Liga f\u00fchrt immer noch der Gast Flensburg 08 mit 2:1. \u201eBei uns laufen die Kombinationen noch nicht rund\u201c, sagt der ETSV-Trainer. \u201eUnd beim Gegner werden Kr\u00e4fte frei, den Sieg unbedingt verteidigen zu wollen.\u201c Dann die Erl\u00f6sung: Nach einem zweifelhaften Elfmeter gelingt dem ETSV in der Nachspielzeit der Ausgleich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einige auf der Bank die Anspannung nicht aushalten und sich vor dem Strafsto\u00df abwenden, andere kurz darauf jubelnd emporspringen, bleibt Jurgeleit gelassen. Ebenso kurz darauf beim Abpfiff \u2013 und bei Schm\u00e4hrufen erboster 08-Anh\u00e4nger. \u201eSolche Derbys m\u00f6gen wir, weil wir danach viel \u00fcber sie reden k\u00f6nnen\u201c, sagt er trocken. Der 46-J\u00e4hrige strahlt eine Portion Souver\u00e4nit\u00e4t und Abgebr\u00fchtheit aus, die man von jemanden erwartet, dessen Erfahrungsschatz weit \u00fcber das \u00f6rtliche Manfred-Werner-Stadion hinausreicht und der schon weitaus st\u00e4rkere Mannschaften kennengelernt hat.<\/p>\n<p>Jurgeleit war fast zwei Dekaden Fu\u00dfball-Profi. Er spricht von \u201eErlebnissen\u201c, wenn er an den Bundesliga-Aufstieg mit dem FC Homburg (1989), seine 29-Erstliga-Eins\u00e4tze, Auftritte im Dortmunder Westfalen-Stadion und auf dem Kaiserslauterer Betzenberg oder den 4:2-Pokalcoup 1991 mit dem FCH beim gro\u00dfen FC Bayern M\u00fcnchen denkt. \u201eDas war schon eine sehr sch\u00f6ne Zeit beim FCH\u201c, erinnert sich Jurgeleit an die f\u00fcnf Jahre im Saarland: \u201eDas sch\u00f6nste Erlebnis war der Aufstieg in die erste Bundesliga. Im letzten Saisonspiel haben wir ein 0:1 gegen Schalke zum 2:1 gedreht und den direkten Wiederaufstieg klargemacht.\u201c<\/p>\n<p>Heute noch hat der Inhaber der Trainer-A-Lizenz Kontakt zu ehemaligen Mitspielern aus Homburger Zeiten: \u201eSo Leute wie Torsten Wohlert oder Lothar Dittmer trifft man bei diversen Benefiz-Spielen so zwei bis drei Mal im Jahr. Und Tobias Homp ist hier im Norden noch als Spieler aktiv\u201c, erkl\u00e4rt Jurgeleit, der \u00fcber die aktuelle Situation seines Ex-Clubs Bescheid wei\u00df: \u201eIch verfolge den Werdegang von Homburg durchaus. Die waren ja wie Saarbr\u00fccken eine ganze Zeit weg vom Fenster und sind jetzt in die Regionalliga aufgestiegen.\u201c Derbys zwischen seinem FCH und dem 1. FC Saarbr\u00fccken bezeichnet der Ex-St\u00fcrmer heute noch als H\u00f6hepunkte seiner Karriere.<\/p>\n<p>Geboren und aufgewachsen ist Jurgeleit in D\u00fcsseldorf. Bei Heimspielen der Fortuna im Flinger Broich kickten die Kinder in der Halbzeit auf dem Rasen. \u201eDie Pause war immer viel zu kurz\u201c, sagt er schmunzelnd. Die Idole seiner Jugend hie\u00dfen Gerd Zewe, der Ex-Saarbr\u00fccker Wolfgang Seel, Klaus Allofs und Gerd Zimmermann. Sonst sind Ber\u00fchrungspunkte mit D\u00fcsseldorf selten geworden. Seine Eltern sind an die Weinstra\u00dfe verzogen, Jurgeleit f\u00fchlt sich mit Schleswig-Holstein verbunden. Mit Frau und Sohn lebt er in Kiel, beim Traditionsclub Holstein lie\u00df er seine Karriere 2003 ausklingen. Danach war er Co-, Interims-Trainer und Sportdirektor. Mit Trainer Frank Neubarth hatte er einen Dreijahresplan erarbeitet, der f\u00fcr die \u201eSt\u00f6rche\u201c in der 2. Liga m\u00fcnden sollte. Im Herbst 2006 trennten sich die Wege von Holstein Kiel und des Duos aufgrund nicht erf\u00fcllter Erwartungen.<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte im Norden bleiben\u201c, stand f\u00fcr Jurgeleit fest. Ebenso die Treue zum Fu\u00dfball und der Wunsch nach einem Engagement als \u00dcbungsleiter (\u201eIch stehe lieber auf dem Platz\u201c). M\u00f6glichst hochklassig. Nur: Es gibt relativ viele ehemalige Profis, die um die relativ wenigen Trainer-Posten buhlen. Und im Land zwischen den Meeren ist die Regionalliga das H\u00f6chste der Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>Es folgten zwei durchaus erfolgreiche, aber auch kurze Jobs, zum einen bei Verbandsligist VfR Horst, zum anderen beim Hamburger Landesligisten FC Elmshorn. Beide Male zeigte sich, dass Anspr\u00fcche und Perspektiven der Clubs und von Jurgeleit auseinanderklafften.<\/p>\n<p>Im August ist der 46-J\u00e4hrige beim ambitionierten ETSV Weiche gelandet. Der Flensburger Stadtteil-Club spielt in der Schleswig-Holstein-Liga, eine \u201eKlasse unterhalb der Regionalliga\u201c, wie der ehemalige Bundesliga-Kicker betont. Drei Mal die Woche f\u00e4hrt er zum Training an die Bredstedter Stra\u00dfe. Er f\u00fchlt sich gut aufgenommen: \u201eDie Jungs ziehen gut mit, auch wenn ich manchmal vielleicht etwas zu viel will.\u201c Es hat in Weiche schon Verwunderung geben. \u201eJurgeleit vergisst manchmal, dass unsere Spieler noch einen Beruf haben\u201c, ist zu h\u00f6ren. \u201eIch m\u00f6chte etwas bewegen\u201c, sagt er. Den neunten Platz aus der vergangenen Saison sieht er als Vorgabe, \u201em\u00f6chte besser abschneiden\u201c und hofft, dass der ETSV in der Lage ist, um den f\u00fcnften Platz mitzuspielen \u2013 derzeit ist es Rang zw\u00f6lf. Jurgeleit wei\u00df: Gl\u00fcckliche Punktgewinne in der Nachspielzeit sind daf\u00fcr auf Dauer nicht genug. \u201eWir m\u00fcssen in unseren Leistungen stabiler werden.\u201c<\/p>\n<p><em><strong>Zur Person<\/strong><\/em><br \/>\nDaniel Jurgeleit wurde am 15. Dezember 1963 in D\u00fcsseldorf-Ratingen geboren. Er ist ausgebildeter Elektriker und absolvierte nach seiner Fu\u00dfball-Karriere ein Fernstudium zum Sportfachwirt.<br \/>\nNach zehn Jahren als Jugendspieler von Fortuna D\u00fcsseldorf zog es den St\u00fcrmer 1982 zur SG Union Solingen, ehe er 1988 f\u00fcr f\u00fcnf Jahre zum FC Homburg kam. Bis zu seinem Karriereende 2003 waren weitere Stationen Spvgg. Unterhaching, VfB L\u00fcbeck, Eintracht Braunscheig und Holstein Kiel. Mit 117 Treffern liegt er in der ewigen Torj\u00e4gerliste der 2. Liga auf Platz 6.<br \/>\nAls Sportkaufmann ist Jurgeleit, der mit Frau und Sohn in Kiel lebt, heute im Marketing-Bereich einer Flensburger Firma t\u00e4tig. Als Fu\u00dfball-Trainer m\u00f6chte er im Profi-Bereich arbeiten.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 8. September 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daniel Jurgeleit verschlug es in den hohen Norden, in die Schleswig-Holstein-Liga Von Jan Kirschner und Sebastian Zenner (SZ) Flensburg. 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