{"id":174,"date":"2010-08-25T14:08:18","date_gmt":"2010-08-25T12:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=174"},"modified":"2014-09-10T18:08:03","modified_gmt":"2014-09-10T16:08:03","slug":"wenanty-fuhl-den-grosten-sieg-feierte-er-neben-dem-platz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=174","title":{"rendered":"Wenanty Fuhl: Den gr\u00f6\u00dften Sieg feierte er neben dem Platz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ex-Profi Wenanty Fuhl erkrankte an Hodenkrebs. Der Pole ist vom 1. FC Saarbr\u00fccken entt\u00e4uscht<\/strong><\/p>\n<p>Rentrisch. Wenanty Fuhl ist entt\u00e4uscht. Angesprochen auf seine Zeit beim 1. FC Saarbr\u00fccken, stehen die sch\u00f6nen Erlebnisse bei den Malstattern im Schatten der \u201egr\u00f6\u00dften Entt\u00e4uschung meines Lebens\u201c. Zwischen 1986 und 1994 spielte er 248 Mal im blau-schwarzen Dress \u2013 davon 22 Mal in der Bundesliga. Der ehemalige Abwehrspieler kassierte 46 Gelbe und zwei Rote Karten. Beinhart war er. Sogar mit starken Schmerzen lief er auf: \u201eEs gab eine Zeit, da bekam ich vor dem Spiel und in der Halbzeit Schmerzmittel in beide Fersen gespritzt. Jeder sagte \u201aKomm&#8216;, halt durch&#8216;. Und als ich dann ins Krankenhaus musste, kam mich keiner besuchen. Das ist unm\u00f6glich\u201c, regt sich Fuhl auch knapp 16 Jahre nach seinem letzten Spiel f\u00fcr den FCS noch auf. \u201eNach acht Jahren war von Vereinsseite niemand in der Lage, auch nur \u201aDanke&#8216; zu sagen\u201c, erz\u00e4hlt der geb\u00fcrtige Pole.<\/p>\n<p>Ausgerechnet der FC Homburg, Erzrivale der Malstatter und letzte Profi-Station Fuhls, lieferte diesbez\u00fcglich ein besseres Bild ab: \u201eIn Homburg habe ich nur ein Jahr lang gespielt. Danach hat sich aber jeder vom Platzwart bis zum Vorsitzenden per Handschlag von mir verabschiedet.\u201c In dem einen Jahr beim FCH wollte der damals 35-J\u00e4hrige auch f\u00fcr die Zeit nach der aktiven Karriere vorsorgen. Er machte an der Saarbr\u00fccker Sportschule den A-Lizenzschein mit dem Ziel, k\u00fcnftig als Trainer sein Geld zu verdienen.<\/p>\n<p>Daraus wurde allerdings nichts. Wieder wurde er entt\u00e4uscht. \u201eIch hatte vom FC auch die Zusage, dass ich nach der Profi-Karriere im Verein bleiben kann, aber als es dann soweit war, wusste keiner mehr was davon\u201c, erinnert sich der 49-J\u00e4hrige, der den gr\u00f6\u00dften Sieg neben dem Fu\u00dfball-Platz feierte. Im Mai 2000 diagnostizierte ihm ein Arzt Hodenkrebs. \u201eIch habe mir immer wieder die Frage gestellt: ,Warum ich?&#8217;\u201c, erz\u00e4hlt Fuhl: \u201eMir wurde damals geraten, mich gleich operieren zu lassen, um die \u00dcberlebenschancen zu erh\u00f6hen.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem erfolgreichen Eingriff folgte eine Chemotherapie und damit die gr\u00f6\u00dfte Leidenszeit: \u201eIch war danach immer total ersch\u00f6pft, hatte zu nichts Lust und meine Haare fielen aus. In dieser Zeit hat mir die Familie sehr geholfen.\u201c Nach f\u00fcnf Jahren regelm\u00e4\u00dfiger Nachuntersuchungen ohne Befund gilt Fuhl als geheilt, aber \u201eman denkt nat\u00fcrlich immer mal wieder an die Krankheit\u201c.<\/p>\n<p>2002 startete der Ex-Profi dann ein zweij\u00e4hriges Trainer-Engagement bei Kreisligist SV Scheidt. Dann war er eine halbe Saison bei Bezirksligist Sportvereinigung Quierschied. Danach entschied sich Fuhl gegen eine Trainer-T\u00e4tigkeit in den Niederungen des Amateur-Fu\u00dfballs. Stattdessen zog es \u201eWinny\u201c 1999 mit seiner Frau Kerstin, Tochter Julia und den S\u00f6hnen David und Lukas nach Rentrisch. Zeitgleich fing er in St. Ingbert als Produktions-Arbeiter an zu arbeiten, was er auch heute noch ist. Die Umstellung von Profi-Fu\u00dfball auf Schichtdienst war f\u00fcr ihn keine leichte: \u201eDas war schon ein seltsames Gef\u00fchl. Auf einmal sitzt du samstags daheim, anstatt zum Spiel zu fahren.\u201c<\/p>\n<p>Zu Fu\u00dfball-Spielen f\u00e4hrt der dreimalige Vater heutzutage nur noch, wenn einer seiner Spr\u00f6sslinge mitmischt. Entweder zum Oberligisten Borussia Neunkirchen \u2013 dort spielt sein \u00e4ltester Sohn David, 22, \u2013 oder zu Spielen der B-Jugend der Jugendf\u00f6rdergemeinschaft St. Ingbert, in der Lukas, 15, kickt. Die Spiele der St. Ingberter C-Jugend besuchte Fuhl eine Zeit lang in doppelter Funktion. Von 2008 bis zum vergangenen Juli war er Trainer der 13 und 14-J\u00e4hrigen der Vereine TuS Rentrisch, SV Oberw\u00fcrzbach sowie SV, DJK und Viktoria St. Ingbert. \u201eDurch die Wechselschicht war es zwar ein wahnsinniger Stress und kostete viel Freizeit. Aber f\u00fcr die Buben habe ich das gerne gemacht. Die wollen alle was erreichen und haben die richtige Einstellung\u201c, erkl\u00e4rt der 49-J\u00e4hrige, dass er dort nicht entt\u00e4uscht wurde.<\/p>\n<p>Trotz der noch immer knapp bemessenen Freizeit ist Ex-Profi Fuhl gl\u00fccklich mit seiner Situation: \u201eAlles in allem bin sehr zufrieden. Ich habe einen guten Arbeitsplatz, die Familie ist gesund und ich bin es auch.\u201c Eine Sache gibt es allerdings, die ihn schon seit Jahren besch\u00e4ftigt: \u201eIrgendwann werde ich zur\u00fcck in meinen Heimatort Ruda Slaska ziehen, das ist sicher. Meine Eltern wohnen noch dort und viele alte Bekannte aus der Schulzeit\u201c, verr\u00e4t der Pole und gesteht: \u201eWenn es soweit ist, werde Deutschland genauso vermissen, wie ich Polen jetzt vermisse. Schlie\u00dflich wohne hier schon l\u00e4nger, als ich in Polen gelebt habe.\u201c Der Ex-Fu\u00dfballer hofft, dass er dort nicht entt\u00e4uscht wird.<\/p>\n<p><em><strong>Zur Person<\/strong><\/em><br \/>\nDie Fu\u00dfball-Karriere von Wenanty Fuhl begann in seinem polnischen Geburtsort Ruda Slaska, in dem er bis 1980 bei Urania spielte. Seinen ersten Profi-Vertrag erhielt Fuhl 1980 beim damaligen polnischen Meister Szombierki Bytom. Danach spielte er f\u00fcr den FC Schalke 04 (1982\/1983), den Wiener SC (1983\/1984), den 1. FC N\u00fcrnberg (1984\/1985), den TSV Havelse (1985\/1986), den 1. FC Saarbr\u00fccken (1986 bis 1994), den SC Hauenstein (1994\/1995) und den FC Homburg (1995\/1996).<br \/>\nAls Trainer war Fuhl beim SV Scheidt (2002 bis 2004, Kreisliga) und bei der Sportvereinigung Quierschied (2004, Bezirksliga) t\u00e4tig. Von 2008 bis 2010 trainierte er die C-Jugend der Jugendf\u00f6rdergemeinschaft St. Ingbert.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 25. August 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ex-Profi Wenanty Fuhl erkrankte an Hodenkrebs. Der Pole ist vom 1. FC Saarbr\u00fccken entt\u00e4uscht Rentrisch. Wenanty Fuhl ist entt\u00e4uscht. Angesprochen auf seine Zeit beim 1. 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