{"id":166,"date":"2010-01-18T13:54:23","date_gmt":"2010-01-18T12:54:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=166"},"modified":"2014-09-10T18:08:40","modified_gmt":"2014-09-10T16:08:40","slug":"manfred-lenz-der-lenz-ist-angekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sebastian-zenner.de\/?p=166","title":{"rendered":"Manfred Lenz: Der Lenz ist angekommen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ex-Fu\u00dfballprofi des FC 08 Homburg k\u00fcmmert sich heute um Problemkinder<\/strong><\/p>\n<p>Homburg. Wie f\u00fchlte sich wohl der damalige Leverkusener Schlussmann Hans-J\u00f6rg Butt, als er in der Saison 2003\/2004 nach einem verwandelten Elfmeter auf dem R\u00fcckweg in sein Geh\u00e4use mit ansehen musste, wie der Ball pl\u00f6tzlich in das von ihm zu h\u00fctende Tor segelte? Clever bestimmt nicht. So wie Mike Hanke \u2013 damals noch beim FC Schalke \u2013 den jetzigen Bayern-Torwart foppte, machte es Manfred \u201eManni\u201c Lenz 21 Jahre zuvor mit dem damaligen Torwart der Amateure von Werder Bremen: 1983, im Viertelfinal-Hinspiel der deutschen Fu\u00dfball-Amateurmeisterschaft, musste der FC 08 Homburg vor heimischen Publikum gerade den Bremer Anschlusstreffer zum 1:2 hinnehmen. Den f\u00e4lligen Ansto\u00df verwandelte der technisch begnadete Mittelfeldspieler Lenz dann aus etwa 50 Metern ins Tor der Hanseaten. Der Schlussmann hatte zuvor das Tor verlassen, um mit seinem Libero zu jubeln. Das Spiel endete 4:2 f\u00fcr die Gr\u00fcn-Wei\u00dfen, und der FCH konnte durch einen 2:0-Finalsieg \u00fcber die Amateure des FC Bayern M\u00fcnchen sp\u00e4ter auch den Titel ins Saarland holen.<\/p>\n<p>Das alles ist mittlerweile fast 27 Jahre her. Lenz spielte noch bis 1986 f\u00fcr den FCH in der ersten und zweiten Bundesliga, ehe er die Fu\u00dfballschuhe an den Nagel h\u00e4ngte: \u201eIch war damals 39 Jahre alt und habe gemerkt, dass es nicht mehr reicht\u201c, erinnert sich der heute 62-J\u00e4hrige. Der \u00dcbergang vom Fu\u00dfballprofi in ein \u201egew\u00f6hnliches\u201c Berufsleben fiel dem Pf\u00e4lzer damals nicht schwer: \u201eIch hatte mir schon w\u00e4hrend der Zeit als Spieler ein Sportgesch\u00e4ft in Homburg aufgebaut und war nach der Spielerkarriere ja auch noch als Trainer und Sportdirektor des FCH t\u00e4tig.\u201c Dreimal sprang der gelernte Pflasterer bei den Saarpf\u00e4lzern als Interimstrainer in die Bresche (1990, 1995, 2001). Zuletzt hatte er bis 2002 das Amt des Sportdirektors inne.<\/p>\n<p>Weder er noch einer seiner S\u00f6hne wollten das Sportgesch\u00e4ft weiterf\u00fchren. Und so gab \u201eManni\u201c das \u201eSporthaus Lenz\u201c 2007 auf. Seitdem arbeitet er als Sportkoordinator bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Homburg. Dort k\u00fcmmert sich der ehemalige Profi um etwa 80 mitunter sozial benachteiligte Jugendliche ohne Schulabschluss. Bei der AWO absolvieren diese eine Ausbildung zum Metaller, Installateur, Tischler oder Maler. \u201eHier mache ich das, was mir liegt: Sport und der Umgang mit jungen Leuten. Wir spielen Boule, Volleyball, Tischtennis, wir gehen schwimmen, k\u00f6nnen in unserem Sportraum Gewichte heben oder einen Sandsack zum Boxen aufh\u00e4ngen.\u201c<\/p>\n<p>Sport als p\u00e4dagogisches Mittel, diesen Ansatz mag der Hobbygolfer Manfred Lenz: \u201eHier kann man sich gewaltfrei austoben. Und \u00fcber den Sportunterricht kann man die Leute auch mal sanktionieren. Das macht allen Jugendlichen so viel Spa\u00df, dass ein Ausschluss schon richtig wehtut.\u201c Sogar ein Fu\u00dfballplatz befindet sich in unmittelbarer N\u00e4he.<\/p>\n<p>Au\u00dfer mit \u201eseinen\u201c Jugendlichen kickt der \u201eBeckenbauer von Homburg\u201c (sein ehemaliger Mitspieler Uwe Freiler in der SZ vom 1. Juni 2004 \u00fcber Lenz) aber selbst nicht mehr regelm\u00e4\u00dfig. Auch schaut er sich fast keine Spiele seines alten Clubs mehr an. \u201eIch will nicht sagen, dass ich kein Interesse mehr am Fu\u00dfball habe. Ich schaue ab und zu meine S\u00f6hne, die spielen beide beim FC Palatia Limbach\u201c, erz\u00e4hlt der geb\u00fcrtige Rockenhausener und verliert dann doch zwei S\u00e4tze zur aktuellen Situation des FCH: \u201eDer Trainer Jens Kiefer leistet sehr gute Arbeit. Er integriert viele gute junge Leute in die Mannschaft, das ist gut.\u201c Ob Homburg irgendwann wieder den Sprung in den \u201ebezahlten Fu\u00dfball\u201c schafft, sieht Lenz hingegen skeptisch: \u201eM\u00f6glich ist alles, aber ich glaube es nicht. Da fehlen in erster Linie die Geldgeber.\u201c Ein Engagement als Trainer oder Funktion\u00e4r schlie\u00dft der Inhaber der B-Lizenz, egal bei welchem Verein, derzeit aus.<\/p>\n<p>Nicht ausschlie\u00dfen will der 61-J\u00e4hrige, im Laufe seiner Spielerkarriere einen Fehler begangen zu haben. \u201eEs k\u00f6nnte sein, dass ich damals statt zu Hertha BSC Berlin besser zu Borussia M\u00f6nchengladbach gewechselt w\u00e4re\u201c, erz\u00e4hlt Lenz, \u201eaber man wei\u00df im Endeffekt nie, was dort passiert w\u00e4re.\u201c Damals, 1972, war Hennes Weisweiler Trainer bei Gladbach und wollte den Offensivspieler unbedingt haben. \u201eDie waren eine eingespielte Mannschaft. Zu Berlin kamen damals 20 neue Leute, und die haben ihre Ellenbogen benutzt, was nicht unbedingt mein Ding war als junger Spund. Trotzdem gebe ich mir auch selbst Schuld, dass ich es dort nicht gepackt hatte. Aber okay, es war halt so.\u201c<\/p>\n<p>Heute ist der ehemalige Pokalheld \u2013 er schoss 1977 das entscheidende 3:1 beim legend\u00e4ren Sieg \u00fcber den damaligen Weltpokalsieger Bayern M\u00fcnchen \u2013 mit seinem Leben \u201esehr zufrieden.\u201c Trotz Winter k\u00f6nnte man also behaupten: Der Lenz ist angekommen.<\/p>\n<p><strong><em>Zur Person<\/em><\/strong><br \/>\nManfred Lenz ist am 21. November 1947 geboren.<br \/>\nDie Stationen von Manfred Lenz als Spieler:<br \/>\nBis 1968: FV Rockenhausen (Zweite Amateurliga). 1968 \u2013 1972: SV Alsenborn (Regionalliga).<br \/>\n1972 \u2013 1974: Hertha BSC Berlin (Bundesliga).<br \/>\n1974 \u2013 1986: FC 08 Homburg (Erste und zweite Bundesliga).<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am 18. Januar 2010 in der Saarbr\u00fccker Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ex-Fu\u00dfballprofi des FC 08 Homburg k\u00fcmmert sich heute um Problemkinder Homburg. 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